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Humboldt-Universität zu Berlin - Familienbüro

Interview zum Bewerbungsablauf für Studierende mit Kind

Studierende mit Kind haben – so wie generell alle Studierende – die Möglichkeit, über das Erasmus-Programm ein oder zwei Semester an einer Partnerhochschule im Ausland zu studieren. Stephanie Trigoudis ist Erasmus-Koordinatorin im International Office der Sprach- und literaturwissenschaftlichen Fakultät der HU Berlin. Im Interview berichtet sie zum Bewerbungsablauf für einen Erasmus-Aufenthalt mit Kind.

Foto: Filip Mitrovski

Ab wann sollten studierende Eltern beginnen, sich mit dem Thema Erasmus auseinander zu setzen, wenn sie ins Ausland wollen?

Stephanie Trigoudis: Man braucht ungefähr ein Jahr Vorlaufzeit. An der Sprach- und literaturwissenschaftlichen Fakultät schreiben wir die Plätze immer von Oktober bis Ende Januar für das darauffolgende akademische Jahr aus.

 

Gibt es Unterschiede bei der Bewerbung für Studierende mit Kind?

Nein, der Bewerbungsablauf ist der gleiche. Ich empfehle aber, die Elternschaft bei der Bewerbung direkt zu erwähnen und schon mal die Geburtsurkunde des Kindes beizulegen.

 

Werden bei der Platzvergabe Bewerbungen von Eltern besonders berücksichtigt?

Es ist ohnehin meist möglich, dass wir jedem, der die Voraussetzungen für einen Erasmus-Aufenthalt erfüllt, einen Platz anbieten können – aber nicht immer den Erstwunsch. Ob jemand sich mit Kind oder ohne bewirbt, hat weder Vor- noch Nachteile bei der Auswahl der Studierenden. Wir versuchen zu berücksichtigen, dass es mit Kind unter Umständen schwierig ist, einen Schul- oder Kindergartenplatz zu finden. Wenn jemand schon sagt, dass er das schon hat, dann wäre das etwas, was in die Auswahl der Bewerber*innen miteinfließt.

 

Erhalten Eltern finanzielle Hilfen für Ausgaben vor Ort, die ihr Kind betreffen, etwa für Kita, Schulessen etc.?

Es gibt eine Pauschale von 200 Euro pro Kind und Monat, die an Zuschuss geleistet werden, die für solche Kosten gedacht ist.

 

Müssen studierende Eltern die volle Studienleistung (30 ECTS) vor Ort erbringen?

Wir erwarten, dass alle Studierende in ihrem Erasmus-Aufenthalt das normale Studienvolumen anstreben, das sind 30 ECTS im Semester. Jedoch sind wir hier insgesamt kulant: Wir akzeptieren es auch, wenn Studierende, sei es mit oder ohne Kind, mindestens 20 ECTS im Semester vor Ort umsetzen. Darunter können wir aber nicht gehen, da das Erasmus-Programm eine Studienförderung ist.

 

An wen können sich studierende Eltern wenden, wenn es um Kinderbetreuung, Wohnen oder Schule vor Ort geht?

Darum müssen sie sich direkt vor Ort selber kümmern, leider können wir da nicht helfen. Es ist in der Regel aber so, dass Studierende mit Kind zu mir in die Beratung kommen und sich schon über die Möglichkeiten an den Studienstandorten informiert haben.

 

Von welchen Erfahrungen berichten Studierende mit Kind nach ihrem Erasmus-Aufenthalt?

Ich finde es mutig, wenn Studierende mit Kind ins Ausland wollen und das auch machen. Das Feedback ist generell sehr positiv und viele Studierende, sowohl mit als auch ohne Kind, berichten, dass sie die Zeit im Ausland als Bereicherung sehen. Es gibt aber auch unterschiedliche Erfahrungen. Manchmal erlebten Studierende, dass die Suche bei einem Wohnheimplatz mit Kind sich schwierig gestaltete oder dass sie bei der Kindergartensuche keine Unterstützung von Seiten der Universität erhielten. Letztlich hat alles aber dann doch funktioniert. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals jemand erzählt hätte, es bereut zu haben, im Ausland gewesen zu sein.

 

Das Interview führte Filip Mitrovski, studentischer Mitarbeiter des Familienbüros, im Februar 2017.

 


Die obigen Auskünfte gelten vorrangig für die Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät. An anderen Fakultäten können einzelne Angaben abweichen. Weitere Informationen zum Thema Erasmus mit Kind erhalten Studierende bei den Erasmus-Koordinator*innen ihres jeweiligen Instituts.